Optikfertigung in Deutschland

Optolyth Produkte bestehen zu 100% aus Linsen, die in Wendelstein bei Nürnberg gefertigt und beschichtet werden. Allerdings schmelzen wir kein Glas. Wir beziehen Linsenrohlinge in Form von Rundscheiben bzw. Presslingen von optischen Glasherstellern. Die Glassorten dieser Presslinge sind bezüglich Ihrer physikalischen Eigenschaften (Brechungsindex, Absorption, Härte, Säurebeständigkeit usw.) genau spezifiziert und sehr eng toleriert.


Rohmaterial

Die angelieferten Linsenrohlinge sind milchig, allerdings ist die Form ihrer Oberfläche (Grundradius) sowie der Linsendurchmesser festgelegt. Das Knowhow der Optikfertigung liegt in der richtigen Wahl der Produktionsparameter wie Fräsgeschwindigkeit, Poliermittel und Anpressdruck. Bei uns im Werk werden bis zu 120 verschiedene Glassorten bearbeitet, um die geforderte optische Qualität der Linse zu erreichen.

 

Vorschleifen

Die Linsenrohlinge werden mit Diamant Kronenwerkzeuge auf den gewünschten Zielradius mit einem Aufmaß von etwa 0,1 mm bis 0,2 mm vorgeschliffen. Der Abtrag erfolgt mit Schleifkörnern aus Diamant in Metall oder Kunstharz gebunden. Besonders durch seine mechanischen Eigenschaften (hohe Härte, hohe Temperaturbeständigkeit bzw. gute Schnittfähigkeit) eignet sich der Werkstoff Diamant besonders für optische Schleifwerkzeuge.

 

Feinschleifen

Nun wird der Linsenradius mit formschlüssigen Spezialwerkzeugen feingeschliffen. Dies erfolgt mit vorgeformten Werkzeugen, die dem Zielradius bis auf 1µm entsprechen. Kunststoffpalletts mit eingesinterten Diamantkörnern (Größenordnung 5 µm bis 25 µm) werden in das Werkzeug eingeklebt. Bei diesem Vorgang sind auf die jeweiligen Glassorten die Korngröße, die Konzentration, sowie die Art des Bindemittels abgestimmt. Um einen ausreichenden Wärmeabtrag und den Abtransports des Glasstaubs sicherzustellen, verwendet man während des Schleifvorgangs eine Mischung aus Wasser und Kühlmittel.

 

Polieren

Die Polierwerkzeuge werden aus Aluminium gefertigt und mit einer Polyurethanfolie beklebt. Beim Polieren wird allein die geforderte Oberflächenrauigkeit realisiert. Es findet also nur eine geringe bis keine Formanpassung statt. Erst nach dem Polieren ist die Linse vollständig transparent.

 

Zentrieren

Nachdem beide Linsenoberflächen die geforderte optische Qualität erfüllen, wird die Linse in einer Zentriermaschiene zur optischen Achse ausgerichtet. Dabei wird die Linse mit einem Laserstrahl auf die optische Achse justiert, mittels Spanndornen fixiert, und der Rand zentrisch abgeschliffen.

 

Vergütung

Um Reflexe an optischen Grenzflächen bzw. Linsenoberflächen zu vermeiden und die Transmission zu erhöhen, werden auf die Linsenoberflächen dünne Schichten von dielektrischen Materialien (z.B. Magnesiumfluorid mit einem Brechungsindex von 1,38) mittels Dünnschichttechnologie aufgebracht.

 

Kontrolle

Nachdem der Linsenrohling alle Produktionsschritte durchlaufen hat, wird er auf Oberflächenfehler untersucht. Mittels Lupen und Mikroskopen werden die Oberflächen kontrolliert. Um die hohen Qualitätsanforderungen der Produkte zu gewährleisten, ist Sill Optics und somit auch die Produkte des Produktbereichs Optolyth nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.

 

Montage und Endprüfung

Optische Systeme bestehen neben den Linsen aus vielen mechanischen Elementen. Die Linsen werden zuerst sehr sauber gereinigt, randlackiert und staubfrei in die Fassungen zentrisch eingebaut.

Im Anschluss erfolgt die Justage des Fernglases auf die optische Achse, sowie die Prüfung der Fernoptik nach DIN 14490-1/2/5. Zusätzlich erfolgt eine rein subjektive Qualitätskontrolle.